Perspektiven und strukturelle Rahmen-
bedingungen zukünftiger Entwicklungen

Die Forschungen zu den drei Städten Magdeburg, Halle und Dessau haben ein breites Spektrum an generellen Fragen zur Bewertung örtlicher Besonderheiten aufgeworfen. Die Arbeit war ein Suchprozess, hart orientiert an der Überprüfung von bisherigen Kenntnissen und Erfahrungen hinsichtlich der besonderen Situationen der drei Städte und ihrer Logik von Entwicklung unter spätindustriellen Bedingungen zu Nachwendezeiten. Die Ergebnisse sind sowohl in der Annäherung durch die Methode wie auch in der Auswertung nicht zuletzt durch die örtlichen Kenntnisse der wissenschaftlichen und studentischen Mitarbeiter geprägt. Sie entstanden in immer neuer Diskussion um Vorgehen und Wertmaßstäbe und führten letztlich zu vorliegendem Ergebnis.

Die Arbeit umfasst insgesamt vier Kapitel:

Die Einführung in das Forschungskonzept
Die Auswertung von parallelen Studien und Konzepten für die Forschung,
Die Ergebnisse der Untersuchungen zu den drei Städten (incl. einer Maklerbefragung),
Den Ausblick auf Schlussfolgerungen aus den Untersuchungsergebnissen.

Dies ist das Ergebnis einer eineinhalbjährigen Forschungstätigkeit. An vielen Stellen zeigte sich, dass die Thematik der örtlichen Besonderheiten aufgrund des Umfanges der Aufgabe nur in Ansätzen umrissen werden konnte. Das genau war jedoch beabsichtigt: Prinzipien für eine „Topografie der Werte“ für drei Städte zu bestimmen, dabei die örtlichen Besonderheiten im Verhältnis zu generell bedeutsamen Werten herauszuarbeiten und Anhaltspunkte zu geben für Prozesse, die dann vor Ort mit Bürgern und in workshops mit Fachleuten, Politikern und Investoren vertieft werden können. Die vorliegende Arbeit hat damit die Grenzen ihrer disziplinären Spannweite erfasst und ausgedehnt und hat versucht, die Nahtstellen zu anderen Disziplinen (z.B. Kultur und Strukturwandel der Erneuerung von Stadt mit Bezug zu den Bereichen Stadtökonomie und Stadtsoziologie) zu schließen. Sie regt an zu einer ganzheitlichen Aufbereitung von Bewertungskriterien für vorhandene Potentiale der Qualifizierung und macht solche Kriterien einem breiten Fachgremium zugänglich. Der Einstieg in eine intensive, fruchtbare Debatte über die Entwicklung unserer Städte von der spätindustriellen zur nachindustriellen Stadtentwicklung wird gewünscht. In der Lehre helfen die vorliegenden Ergebnisse bereits bei der Strukturierung von Stadtentwicklungsplanungen in der Region. Tiefe und Breite der Untersuchungen, die zur Herausarbeitung der Profile der drei bedeutenden Städte in Sachsen-Anhalt notwendig waren, konnten nur durch die ausdauernden Bemühungen aller Beteiligten zustande kommen. Es gab wechselweise fruchtbare Anregungen bei der Formulierung von Fragen und bei der Suche nach Antworten von Projektleitung und Mitarbeitern. Eine Kooperation mit den Kommunen einschließlich gewünschter Diskussionen blieb leider sehr eingeschränkt auf einzelne Gespräche. Äußerst positiv hervorzuheben sind die Beiträge der Stadt Halle, nicht zuletzt getragen durch das Interesse von Frau Dr. Elisabeth Merk, Leiterin im Fachbereich Stadtentwicklung und Planung der Stadt Halle und ihre Mitarbeiter. Sehr hilfreich und äußerst dankenswert war ebenso ein Vortrag über die Entwicklung der Stadt Halle von Herrn Dr. Kurt Ludley, ehemaliger Leiter des Planungsamtes der Stadt Halle. Für die Stadt Dessau leisteten insbesondere Herr Dr. Lutz Meixner und Frau Andrea Lischke wertvolle Unterstützung. In Magdeburg war Herr Heinz-Joachim Olbricht ein äußerst hilfreicher Gesprächspartner. Der Wunsch der Forschergruppe war ursprünglich die Nutzung einer Diskussionsplattform im Internet. Bedauerlicherweise wurde von diesem Angebot während der laufenden Arbeiten kaum Gebrauch gemacht. Die jetzt vorliegenden Veröffentlichungen in Form einer gedruckten Broschüre sowie in Form der Internetpräsentation dienen dazu, die Ergebnisse einem möglichst breiten Publikum mit unterschiedlichen Mitteln der Kommunikation zur Verfügung zu stellen.

Dem Ministerium für Bildung und Forschung und dem Projektträger, der Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen „Otto v. Guericke“ e.V. in Köln sei herzlich gedankt für die Bereitstellung der Mittel und für die gute Zusammenarbeit. Den Städten Magdeburg, Halle und Dessau und dem Landesvermessungsamt in Halle sei insgesamt gedankt für die Unterstützung des Projektes mit Informationen und Karten. Den an der Umfrage zu den Bewegungen auf dem Bodenmarkt beteiligten Maklerbüros sei gedankt für ihre Geduld in der Beantwortung des Fragebogens. Der Hochschule Anhalt sei gedankt für die Bereitstellung von Räumen und Computerarbeitsplätzen. Dem Kooperationspartner Prof. Dr. Ing. Claus Dießenbacher sei sehr herzlich Dank gesagt für die Begleitung des Projektes in allen Fragen der digitalen Aufbereitung von Karten. Schließlich danke ich allen wissenschaftlichen und studentischen Mitarbeitern dieses Forschungsprojektes sowie den Mitarbeitern des Büros ‚webmotive‘, ohne die diese Arbeit in der vorliegenden Form nicht hätte erscheinen können.

Kollegialer Dank sei aus aktuellem Anlass auch gerichtet an die Lehrstühle „Städtebau und Entwerfen“, Prof. Heinz Nagler, und „Theorie der Architektur“, Prof. Dr. Eduard Führ, BTU Cottbus, die das Thema „Verflechtungsräume“ als Beitrag zu der Tagung „Der öffentliche Raum zu Zeiten der Schrumpfung“ (19.-21. Juni 2003, Cottbus) aufgenommen hatten. Ihre Bestätigungen wesentlicher Inhalte, - insbesondere zur zunehmenden Bedeutung eines neuen umfassenden Planungs- und Gestaltungsverständnisses im Stadtumbau -, waren ein letzter Ansporn zur Veröffentlichung der Forschungsergebnisse.

Prof. Dr. Ing. Andrea Haase

Dessau 2003