Verflechtungsräume

bis zum Jahr 2050
Höchste Potentiale der örtlichen Verflechtung werden gesamtstädtisch vor allem durch offene Bebauung am Rande vorindustriell angelegter Kerne erfüllt. In diese Kategorie sind auch Kleinsiedlungsgebiete aus den 1930er Jahren und Kleingartenanlagen mit verfestigter freistehender Bebauung einzubeziehen. Diese Gebiete sind fortgesetzt erneuert worden. Insgesamt liegen diese Gebiete in breiter Streuung über das Stadtgebiet meist am Rande vorindustriell oder industriell angelegter Kerne und sind Ausdruck der vorstädtischen Randerweiterung dieser Kerne. Sie bilden großflächige Bereiche für sich und zeigen keine unmittelbaren Nahtstellen zu den großflächigen gelebten öffentlichen Räume.

In den Randbereichen der Stadt, zu beiden Seiten der Elbe, liegen ähnliche Potentiale auch innerhalb der Gebiete vorindustriell angelegter Kerne, d.h. in den ehemaligen Dörfern, die keine industrielle Transformation erfahren haben. Sie zeigen eine kleinstädtische Struktur der Verflechtung in offener und halboffener Bebauung als Bereiche fortgesetzter Erneuerung. Verknüpfungen mit den Umgebungen binden vorstädtische Potentiale in offener Bebauung an. Ortsmitten an Plätzen oder zentralen Kreuzungen sind im Rahmen von insgesamt heterarchisch geprägten Räume in diesen Verflechtungsräumen noch aufzuspüren.

Stadteinwärts, entlang der Ausfallstraßen, sind große Zusammenhänge gelebter Räume in Verbindung mit vorindustriell angelegten Kernen zu erkennen. Diese Verflechtungsräume kennzeichnen eine industriell überformte, ehemals vorstädtische Struktur in halboffener Bebauung und sind, als Räume mit Versorgungsfunktion, wesentliche dezentrale Stützorte des Hierarchiegefüges öffentlicher Räume im Stadtprofil geworden.

In der Neustadt sind ebenfalls solche Räume strukturell angelegt, haben aber eine nachgeordnete Verknüpfungsintensität mit zentralen gelebten Räumen. Hierin zeigt sich ein Widerspruch zu strukturellen Bedingungen, der durch die Lagewert-mindernden Einflüsse der noch nicht umstrukturierten ehemaligen Häfen und Bahnanlagen zu erklären ist.

Im Zentrum gehen vorindustriell angelegte Kerne Synthesen mit oberzentralen öffentlichen Räumen von Handel und Dienstleistung ein. Die Bebauung ist halboffen oder geschlossen und wurde vor allem in der Nachwendezeit repräsentativ erneuert.

Eine kleinteilige Ergänzung oder Stabilisierung vorhandener Versorgungsbereiche an Kreuzungen und siedlungszentralen Plätzen würde Impulse setzen für eine Stärkung der örtlichen Verflechtungen. (Abb. 50)