Olvenstedt

Daten
Vorindustrieller Kern Alt-Olvenstedt
1970er - 80er Jahre, Erweiterung durch umfangreiche Großsiedlungen (geplant bis zu 100.000 Einwohner)
1979 Eingemeindung durch Magdeburg

Öffentliche und private Räume
Vielschichtige dörfliche Struktur in Alt-Olvenstedt mit wertvollem Altbaubestand und vielfältigen öffentlichen Raumsituationen
Dörflicher Kern mit umfangreichen Erweiterungen im Südosten (Neu-Olvenstedt – Plattenbaugebiet)
Teilweise saniertes Wegenetz
Enorme Erneuerungsaktivitäten mit einhergehender Umstrukturierung und Neuerschließung innerdörflicher Bereiche (z.B. Neubauten im Bereich ‚Am Teich‘)
Übergang zwischen altem dörflichen Kern von Alt-Olvenstedt und den Plattenbauten von Neu-Olvenstedt gebildet durch Siedlungserweiterungen in Form von Ein- und Mehrfamilienhausbebauungen seit 1980

Öffentliche und private Räume
Vielschichtige dörfliche Struktur in Alt-Olvenstedt mit wertvollem Altbaubestand und vielfältigen öffentlichen Raumsituationen
Dörflicher Kern mit umfangreichen Erweiterungen im Südosten (Neu-Olvenstedt – Plattenbaugebiet)
Teilweise saniertes Wegenetz
Enorme Erneuerungsaktivitäten mit einhergehender Umstrukturierung und Neuerschließung innerdörflicher Bereiche (z.B. Neubauten im Bereich ‚Am Teich‘)
Übergang zwischen altem dörflichen Kern von Alt-Olvenstedt und den Plattenbauten von Neu-Olvenstedt gebildet durch Siedlungserweiterungen in Form von Ein- und Mehrfamilienhausbebauungen seit 1980

Vorkriegssituation
Das Dorf und die Siedlungserweiterungen nach Süden haben die in Ost-West-Richtung querende Helmstedter Chaussee/ Birken Allee räumlich gut integriert und eine Dorfeingangssituation durch eine neue Platzsituation (Am Freiheitsplatz) gespiegelt. Die Ortsränder bilden Übergänge zur Landschaft auf großen Parzellen der Neubebauung. Die Anlage der Friedrich-Aue-Straße zeigt den einseitigen, nicht integrierten Ansatz einer Siedlungserweiterung durch großflächige, freistehende Gebäude. Sportplatz und Ziegeleien bilden vereinzelte Orte der dorfnahen Nutzung der Landschaft. (Abb. 69)

Vorwendesituation
Die haupterschliessenden Straßen sind ausgebaut worden. Südlich des Freiheitsplatzes reichte die Siedlungserweiterung nach Süden; im Dreieck zwischen Birken Allee und Olvenstedter Chaussee war von Süden her kleinteilige Siedlungserweiterung ausgedehnt worden. Die verbliebenden Flächen dazwischen wurden dann seit den 1980er Jahren durch Plattenbauten dicht aufgefüllt. (Abb. 70)

Nachwendesituation
Die heutige Situation zeigt ein dichtes Nebenein-ander unterschiedlicher Erweiterungsphasen ohne erkennbare Verbindungen oder Abschlüsse von Raumzusammenhängen. Die Dynamik der Veränderung greift derzeit auf den alten Kern von Olvenstedt über, wo ein Feld von freistehenden Einfamilienhäusern mitten in den alten Dorfkern gesetzt wird.

Die Lesbarkeit des Teilraumes ist straßenweise möglich. Zusammenhänge von Bebauung werden an der Gleichartigkeit von Anordnungsformen und Bebauungsdichte erkennbar. Lesbarkeit und individuelle Nutzbarkeit bilden höchste Werte in Alt-Olvenstedt, wo eine einmalige Situation mit allen Vorteilen der Erschließung und Versorgung über Autoverkehre verbunden ist. (Abb. 71)

Gebaute und gelebte Räume - Bestand
Alt-Olvenstedt dienen der alltäglichen Nutzung. Einkaufsbereiche in Neu-Olvenstedt werden von Kunden aus der Umgebung aufgesucht. (Abb. 72)

Gebaute und gelebte Räume – Szenario
Alt-Olvenstedt wird in seinen Strukturmerkmalen als vorindustrieller Kern gefestigt und trägt dennoch aktuelle Erneuerungsimpulse durch Integration gemischter Nutzungen. (Abb. 73)

Empfehlungen
Orte
Der Ortskern von Alt-Olvenstedt ist neu zu definieren. Versorgungsbereiche in Neu-Olvenstedt sind als Verflechtungsräume unabhängig davon zu stärken.

Öffentliche Räume
Die alten Dorfstraßen bedürfen nicht nur der adäquaten Pflasterung, sondern auch der strukturerhaltenden, straßenbegleitenden Bebauung in Form von Höfen oder durch Abschluß umgebender Mauern, um ihren örtlich besonderen Charakter fortzuführen.

Private Räume
Die geschlossene Bauweise, bzw. die Hausgruppen in Alt-Olvenstedt sollten fortgeführt werden.

Unbebaute Räume
Grünzüge, Parkanlagen und Gärten sollten die privaten Räume in Alt-Olvenstedt in ihrer eindeutigen Erfahrbarkeit als Bereiche mit einer tradierten „Mitte“ stärken. Die Übergänge zu Neu-Olvenstedt sollten durch Rückbau klarer herausgearbeitet und begrünt werden.

Teilbereich Freiheitsplatz - Olvenstedter Chaussee
Der Teilbereich kennzeichnet den Übergang von Alt- zu Neu-Olvenstedt durch Kreuzung der Helmstedter Chaussee mit der Olvenstedter Chaussee und führt in die Plattenbau-Siedlungserweiterung der 1970er Jahre hinein. Es wird deutlich, dass Alt-Olvenstedt nördlich der Helmstedter Chaussee angelegt war und eine vorindustrielle Wegekreuzung vor Anlage der Chausseen zugrunde liegt. Dementsprechend verwinkelt ist der Verlauf der öffentlichen Räume. Die Ausdehnung des Dorfes nach Süden zeigt Merkmale regelmäßiger Flächenaufteilung und kleinteiliger Parzellierung aus Vorkriegszeiten südlich der Helmstedter Chaussee entlang der Straße Weizengrund nach Süden. Die Siedlungserweiterung der 1970er Jahre ist als Trabantensiedlung mit Marktplatz und See-Anlage in Siedlungsmitte ein klassisches Beispiel des städtebaulichen Leitbildes „Urbanität durch Dichte“. Tatsächlich sind die dort integrierten Versorgungsangebote Orte der Verflechtung für die umliegenden Siedlungen in geringerer Dichte und offener Bauweis

Die Massivität der Bebauungsriegel, insbesondere der versetzten halbkreisförmigen Bebauung ist ein heftiger Kontrast zu umgebenden Strukturen. Es wäre sinnvoll, die Orte der Verflechtung auch für umliegende Siedlungen zu stärken und die Massivität der Siedlungsdichte insbesondere im Übergang zu den Siedlungen anderer Maßstäblichkeit zurückzubauen und Siedlungseingänge insgesamt neu durch Begrünung zu definieren. (Abb. 74/75/76)