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Daten  | Um 937, slawische Erstbesiedlungen |  | Wirtschaftlicher Aufschwung ab 1820 durch Errichtung von Industrie wegen der Nähe zum Fluss, zur Stadt; Anlage der Eisenbahn |  | 1887, Eingemeindung durch Magdeburg |  | Gründerzeitliche Erweiterung Mitte des 19. Jhd. für Beamte und Vorarbeiter |  | Nach 1949 Kriegsschäden (80%) an den Industriegebäuden. Geringe Schäden an den Wohnhäusern |  | Nach dem Krieg kaum noch Neubau von Gebäuden |  | 1960er - 70er Jahre, ausschließliche Investition in Verkehrsprojekte für Prestige Projekt der Schönebeckerstraße |  | nach 1990 Schließung nahezu aller Industriebetriebe und rapider Bevölkerungsrückgang |  | 1992, Buckau wurde zum städtebaulichen Sanierungsgebiet für 20 Jahre erklärt | Öffentliche und private Räume  | Ursprung – vorindustrieller dörflicher Kern der alten Ortschaft Buckau |  | Dörfliche Strukturen kaum mehr erkennbar |  | Gertraudenkirche und evangelisches Gemeindehaus als nahezu letzte Überreste der alten dörflichen Siedlung |  | Stark gründerzeitlich und industriell geprägter Raum |  | Eindeutige Orientierung durch orthogonales Straßenraster mit Ausrichtung der Querstraßen auf die radiale Erschließungsstraße (Schönebeckerstraße) und tendentiell zur Elbe hin ausgerichtet |  | Entstehung neuer öffentlicher Räume im Bereich der Uferpromenade nördlich des alten Hafens seit 2002 | Kerne – Ränder – Zwischenzonen Zentraler Kern ist der vorindustriell angelegte Versorgungsbereich nördlich des Thiemplatzes (alte Schönebeckerstraße). Nachgeordnete Bedeutung haben die Versorgungsangebote an der Schönebeckerstraße.
Ränder werden gebildet durch die Bahnlinie im Westen und die Elbe im Osten.
Zwischenzonen liegen im Übergang zu diesen Rändern sowie nach Norden im Übergang zur Stadtmitte und im Süden im Übergang zu brachliegenden Industriearealen seitlich der Schönebeckerstraße.
Erneuerungstätigkeiten und Bodenwerte Erneuerung ist bruchstückhaft sichtbar in der alten Schönebeckerstraße sowie in den Neubauten an der neuen Schönebeckerstraße und in Form der mehrgeschossigen Neubauten am Elbufer. Verfall ist sichtbar in den Straßen nördlich und südlich des vorindustriellen Kerns, insbesondere in bezug auf die Industriebauten zur Bahnlinie und zur Elbe hin. Die Bodenwerte sind fraglos am Elbufer seit 2001 am höchsten.
Vorkriegssituation Der Stadtteil ist in vorindustrieller und industrieller Prägung durch die Nähe zur Elbe beeinflusst. Während das ursprüngliche Dorf durch eine sternartige Straßenkreuzung geprägt ist, ist die gründerzeitliche Erweiterung durch Ausbauten zu beiden Seiten der haupterschließenden Überlandstraße Schönebeckerstraße geprägt. Die Parallelität von Wohn- und Gewerbenutzung zu beiden Seiten der Straße ist nicht zuletzt veranlasst durch die Bahngleise, parallel zum Verlauf der Elbe. Der Stadtteil ist somit von der Elbe abgetrennt. Er zeigt einen „Kopf“ in Form der Ortschaft Alt-Buckau und eine Mitte in Form der regelmäßigen Flächenaufschließungen nach Süden. Ein Abschluß nach Süden kann in der Straßenübergreifenden Konzentration von Industrie gesehen werden. (Abb 61)
Vorwendesituation Die Nachkriegssituation ist geprägt durch die Modernisierung der Schönebeckerstraße mit Umgehung von Alt-Buckau sowie durch den Fortbestand der Bahngleise. (Abb. 62)
Nachwendesituation Die heutige Situation zeigt einen Rückbau der (in der Karte noch dargestellten) Bahngleise parallel zur Elbe, die Planung einer Entlastungsstraße parallel zur Hauptbahnlinie (noch nicht kartiert) und einen umfassenden Leerstand der Industriegebäude sowie der gründerzeitlichen Wohnviertel. Das Gebiet ist lesbar als Nebeneinander vorindustrieller und gründerzeitlicher Stadtanlage mit einem großen Fragezeichen zur Entwicklung des Gebietes an dem Ort, wo beide Zeiten der Entwicklung mit der noch älteren Geschichte der Überlandstraße Schönebeckerstraße und der Elbufer in einer gründerzeitlich bebauten Ecke aufeinandertreffen: am Thiemplatz. (Abb. 63)
Gebaute und gelebte Räume - Bestand Elbufer und Gaststätte „Mückenwirt“; Thiemstraße und seitlich angrenzende Räume auf privaten Flächen sowie die Schönebeckerstraße bilden Orte der Begegnung. (Abb. 64)
Gebaute und gelebte Räume – Szenario Die Uferzonen werden als Erholungsräume geöffnet. Die Neubebauung der Uferzonen ist ein Impuls für eine Wiederbelebung der gründerzeitlich geprägten Gebiete. (Abb. 65)
Empfehlungen Orte Zu stärken sind die alte Schönebeckerstraße, der Thiemplatz und der Eingang zur Elbe vom dortigen Kreuzungsbereich mit der Thiemstraße.
Öffentliche Räume Alle orthogonal zur Schönebeckerstraße hin ausgerichteten Straßen und ihre Kreuzungen mit der alten und der neuen Schönebeckerstraße sind durch Raumbildung und Nutzungsmischung zu stärken. Die Anbindung des Elbufers erfordert neue orthogonale Verbindungen zur Schönebeckerstraße hin.
Private Räume Die gemischte Nutzung mit Versorgungen ist zu stärken, wo möglich, insbesondere jedoch in der Nähe eindeutig lesbarer Orte (Kirche und altes Volksbad). Auch die charakteristischen Straßenzüge, orthogonal zur Schönebeckerstraße, sollten Stärkung durch private Nutzung erfahren.
Unbebaute Räume Die Elbufer sind zu begrünen, eindeutig raumbildend zu fassen und an die Stadt anzubinden. Die Ränder zur Bahnlinie (und zur geplanten Entlastungsstraße hin) sind raumbildend zu fassen. Weggefallene Industrie- und Wohnnutzung sollte durch querende Grünverbindungen zur Elbe ersetzt werden. Diese Unterbrechungen der Bebauung sollten die Schönebeckerstraße in ihren räumlichen Zusammenhängen besser erfahrbar machen.
Teilbereich Schönebeckerstraße – Thiemstraße Der Teilbereich zeigt alle Schnittstellen, die in diesem industriell überformten Ort vorindustrieller Gründung von zentralörtlicher Bedeutung sind: die alte Schönebeckerstraße in hochwassersicherer Lage parallel zur Elbe, die parallele Führung der neuen Schönebeckerstraße aus Zeiten einer frühen „Ortsumgehung“ ohne straßenbegleitende Bebauung, die senkrecht auf das Elbufer zulaufende, kreuzende Thiemstraße mit Wegeverbindung zum Ufer und Brücke zum „Mückenwirt“ und der bisher weder räumlich noch funktional in die Stadt integrierte „Thiemplatz“ mit derzeitiger Nutzung als Feuerwehrzufahrt. Die bessere Anbindung der Stadt an das Ufer über Nutzungen und Wege ist das wesentliche Ziel der Qualifizierung. Stärkung der gründerzeitlichen Fragmente oder der Uferzone durch Neubebauung dürfen nicht in Konflikt zueinander stehen sondern sollten sich ergänzen durch raumbildende Maßnahmen von Begrünung und Bebauung zur Stärkung der orthogonalen Wege- und Sichtbeziehungen zum Ufer. Nur so wird die Schönebeckerstraße in ihrer Einmündung in einen alten Ortskern mit Bedeutung für das Raumgefüge der ganzen Stadt in erkennbare Raumabschnitte unterteilt und für Querungen attraktiviert. Der Ortskern ist im Übergang zu den industriellen Vermächtnissen (Badehaus) zu erhalten und zu stärken. Grünanlagen sollten die großflächigen Fragmente noch bestehender oder bereits brachgefallener Industrieanlagen zur Bahnlinie hin und zum Flussufer hin ersetzen und die Stadt an die Ufer anbinden. So würden Thiemstraße und Alte Schönebeckerstraße eine reale Chance der Wiederbelebung erhalten. (Abb. 66/67/68)
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 Abb.61: Teilraum Buckau - Vorkriegssituation
 Abb.62: Teilraum Buckau - Vorwendesituation
 Abb.63: Teilraum Buckau - Nachwendesituation
 Abb.64: Teilraum Buckau Gebaute und gelebte Räume - Bestand
 Abb.65: Teilraum Buckau Gebaute und gelebte Räume - Szenario
 Abb.66: Teilbereich Buckau - Aufsicht
 Abb.67: Teilbereich Buckau - Isometrie
 Abb.68: Teilbereich Buckau
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