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Unbebaute Räume - Bestand Halle, die Stadt an der Saale ist geprägt durch die sich im Tal weit verzweigende, eine abwechslungsreiche Hügel- und Flußlandschaft an der Mündung der Weißen Elster in die Saale.
Geschützte Grünräume umfassen die flächenhaften Schutzgebiete des Landschafts- und Naturschutzes im Bereich der Saale-Aue, der sich von Süden nach Norden zwischen der Alt- und der Neustadt erstreckt und eine grüne Verbindung zwischen den Stadtteilen herstellt. Im Norden setzt sich dieser Gürtel aus Schutzgebieten entlang des Flusses fort und weitet sich aus in einem großen Waldgebiet der Dölauer Heide.
Unbesiedelte agrarisch bzw. forstwirtschaftlich genutzte Räume finden sich im Norden und besonders im Nordosten der Stadt, wo großflächige Ackerflächen unmittelbar am Siedlungsrand angrenzen. Im Südosten erstreckt sich eine abwechslungsreiche hügelige teilweise bewaldete, teilweise als Wiesen- und Weideland bzw. extensiv genutzte Tagebaufolgelandschaft, die besonders als stadtnaher Erholungsraum genutzt wird. Die südlichen Sumpf- und Auengebiete sind nur wenig bewaldet und in erster Linie geschützte Naturräume.
Die durch Besiedlung geprägten innerstädtischen Grünräume unterbrechen die Besiedlung vielfältig, vor allem in Form von Kleingartenanlagen (flächenhaft im Norden der Stadt – Galgenberg, Krähenberg, Frohe Zukunft) und mit Ausdehnung zu den Stadträndern hin. In den bis 1930 besiedelten Gebieten zu beiden Seiten der Saale sind Baumpflanzungen als raumbildende Landschafts-elemente vorhanden. In Halle-Neustadt wurden solche Elemente nicht angelegt. Wichtige innerstädtische Grünräume bilden die Parkanlagen auf den Saale-Inseln (z.B.Rabeninsel, Peißnitzinsel) wie auch die vor allem im zentralen Teil der Stadt sich in NS-Richtung reihenden Friedhofsanlagen (im Norden Gertrauden und Nordfriedhof, im Zentrum der Stadtgottesacker und im Süden Südfriedhof). Auch die größten und bedeutendsten Sportanlagen befinden sich in der Nähe der Saale zwischen der Alt- und der Neustadt. Eine Vielzahl kleiner Sportanlagen ist relativ regelmäßig über das gesamte Stadtgebiet verteilt, wobei im Osten deutlich weniger dieser Anlagen zu finden sind.
Große Brachen und Leerstände finden sich vor allem im Bereich stillgelegter ehemaliger industrieller Nutzungen im Ostteil der Stadt zwischen dem Stadtteil Freiimfelde, den Ortschaft Diemitz und Büschdorf sowie entlang der Saale auf Flächen ehemals industrieller bzw. gewerblicher Nutzung (Böllberg, Gasometer) sowie in stillgelegten Hafenanlagen (Sophienhafen). Auch entlang der stark verkehrsfunktional geprägten Merseburger Straße und in den Großwohnsiedlungen von Silberhöhe und Neustadt ist mit der Problematik von massiven Leerständen und innerstädtischen Brachen konfrontiert. (Abb. 100a)
Unbebaute Räume – Potentiale Die Stadt an der Saale, vormals geprägt durch die eine Geschichte als Stadt der Textil- und chemischen Industrie sowie durch den Maschinenbau weist besonders in den Randlagen der Siedlung und in Verbindung mit dem stark ausgebauten Schienennetz eine erhöhte Konzentration an monofunktional genutzten Flächen auf, die überwiegend auf die historische Entwicklung als Industriestadt zurückzuführen sind. Stark verkehrsfunktional geprägte Räume gliedern die Stadt und prägen das Bild der Innenstadt, besonders um den Riebeckplatz wesentlich. Die Verkehrstrassen der Bahn am Ostrand der Innenstadt stellen neben ihrer Barrierewirkung nicht nur einen räumlichen Bruch im Stadtgefüge dar, sondern unterstützen zusätzlich die Trennung der Funktionen in der Gesamtstadt. Kennzeichnend für die Entwicklung der Nutzungen in der Stadt ist die Herausbildung riesiger flächenhafter Monofunktionen seit dem 19. Jahrhundert. Eine besonders rasante Entwicklung von monofunktional genutzten Stadtgebieten setzte mit dem Bau von Halle Neustadt in den 1960/ 70er Jahren als Wohnstadt für die Chemieindustriestandorte von Buna und Leuna ein. Eine Entflechtung der Funktionen Wohnen und Arbeiten in dieser Zeit wurde hier in großem Maßstab praktiziert. Diese Hinterlassenschaften sozialistischer Planung prägen noch heute das Stadtbild wesentlich und haben Einfluss auf räumliche wie auch funktionale Trennungen und Verbindungen in Halle.
Die größten zusammenhängenden Konzentrationen industrieller und gewerblicher Nutzung vor 1990 im Stadtgebiet von Halle finden sich im Ostteil der Stadt zwischen den Bahnanlagen und den dörflichen Siedlungen Diemitz und Büschdorf, entlang der Merseburger Straße, im Hafengebiet von Trotha und südwestlich von Halle Neustadt. Desweiteren sind entlang der Saale und auf den Saale-Inseln eine Anzahl kleinerer Industrienutzungen angesiedelt, die meist älteren Ursprungs sind und bereits vor 1945 errichtet wurden. Außerhalb der Stadt südlich Richtung Merseburg liegen die Industrieanlagen der Buna-Werke, die bereits vor 1940 entstanden zwischen 1945 und 1990 umfangreich erweitert und für welche die Wohnstadt von Halle-Neustadt als Arbeitergroßwohnsiedlung errichtet wurde.
Industrie- und Gewerbeflächen wurden nach 1990 vor allem in den Randbereichen und in meist unmittelbarer Nähe zu Schienenwegen bzw. Straßen errichtet. So wurden in den 1990er Jahren das größte neue Gewerbe- und Industriegebiet nördlich des alten Dorfes Peißen direkt an der Autobahnabfahrt der A14 neu erschlossen. Weitere Industrie- und Gewerbeflächen entstanden als Erweiterung bestehender Nutzungskonzentrationen am Hafen in Trotha und am Gewerbegebiet südlich von Halle Neustadt. Neu erschlossen wurden zudem einige Flächen Richtung Leipzig in Erweiterung der Ortschaft Bruckdorf.
Die größten flächenhaften Wohnnutzungskonzentrationen vor 1990 liegen in Halle westlich der Saale zwischen den dörflichen Siedlungen Nietleben und Passendorf in Form der in verschiedene Bauabschnitte gegliederten Siedlung der Neustadt. Die Großwohnsiedlungen Silberhöhe und Südstadt im Süden an den Ufern der Saale sowie kleinere Wohnanlagen in Trotha und zwischen Dölau und Lettin im Norden (Heide-Nord) sind als weitere bedeutende Nutzungskonzentrationen zu nennen.
Konzentrationen von Wohnnutzungen nach 1990 sind in der Stadt Halle nicht in großem Maßstab angelegt worden. Wohngebiete entstanden in Form von Einfamilienhaussiedlungen vor allem in den Randlagen und als Erweiterung dörflicher Siedlungen (Büschdorf, Dölau, Lieskau). Die flächenmäßig größten Wohnanlagen wurden jedoch auf bestehenden Konversionsflächen errichtet.
Nach 1995 umgenutzte Militärflächen finden sich einerseits in Verbindung mit der Dölauer Heide nördlich der Neustadt (Heide Süd). Hier wurden in den 1990er Jahren große Flächen einer neuen Nutzung, dem Wohnen zugeführt. Auch im Süden, westlich der Silberhöhe im Bereich Kirschberg-Wörmlitz wurden ebenfalls militärische Flächen überformt und umgenutzt. Auch hier sind inzwischen erste Wohnnutzungen entstanden. (Abb. 100b)
Unbebaute Räume - Szenario Das Szenario ersetzt alle monofunktional geprägten Nutzungen, auch die gemäß Szenario zur Funktionsverteilung durch Mischung angereicherten, verbliebenen Flächen der Großwohnsiedlungen in Halle-Neustadt und Halle-Süd, durch zusammenhängende Grünflächen. Damit fällt die Stadt im Wohnsiedlungsbereich auf ihren Vorkriegszustand zurück; zusätzlich werden auch gewerbliche Flächen, die zu dieser Zeit schon bestanden (entlang der Bahngleise), durch unbebaute Flächen ersetzt. Es entsteht ein Stadtraum, der wieder eindeutig auf der Ostseite der Saale seinen Schwerpunkt hat und durch den Kranz von umgebenden, vorindustriell angelegten Kernen in seinem Raumgefüge gesamträumlich bestimmt wird. (Abb. 101)
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 Abb.100a: Unbebaute Räume - Bestand
 Abb.100b: Unbebaute Räume - Potential
 Abb.101: Unbebaute Räume - Szenario
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