Örtliche Profile

Örtliches Profil - heute
Orte
In Zentrum, Innenstadt und Teilräumen haben Orte vielfältige Dimensionen, je nach Topografie, Nähe zur Saale, Vorhandensein historischer Bauwerke und historischen Vermächtnissen in Bebauung und Freiräumen. Im Zentrum bilden einzelne Gebäude aus unterschiedlichen Zeiten Orte, ebenso die Treppen vom Marktplatz zur Saale hin, die Kirchen, die Burgen, Türme, das Rathaus, die einzelnen Universitätsgebäude und ihre jüngste Erneuerung, integrierte Friedhöhe und alte Stadttorsituationen im Stadtgrundriss. In der nördlichen und südlichen Innenstadt sind es Kirchen, Kreuzungen und Plätze, die Orte prägen. Entlang der Saale, sind es die Fragmente der Industriegeschichte im Süden und die einzelnen Villen in der Umgebung der Burg Giebichenstein. In den Randlagen sind es die Mitten der ehemals dörflichen Kerne.

Öffentliche Räume
Halle am Kreuzungspunkt verschiedener historischer Wegeverbindungen gelegen, bildet Halle als alte Hansestadt einen Knotenpunkt im Netzwerk alter Handelsstraßen sowohl in NS wie auch OW-Richtung (Leipzig, Merseburg, Dessau).
Ein differenziertes Netzwerk von großen und kleinen Plätzen (Hallmarkt, Domplatz), Gassen und Straßen bildet der zentrale Altstadtbereich mit seinem oberzentraler Platzraum des Marktplatzes.
Bedeutende räumliche wie auch funktionale Verbindungsachsen für die Stadt bilden einerseits die in OW-Richtung verlaufende Magistrale, die die Neustadt an die Altstadt anbindet und am Riebeckplatz eine Verbindung unter die dort befindlichen Gleisanlagen Richtung Leipzig herstellt. Andererseits wird in NS-Richtung die Südstadt mit den Großwohnsiedlung aus der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts über die Achse der Merseburger Straße an den Riebeckplatz und damit auch an die übrige Stadt angeschlossen.

Private Räume
Bedeutendste Siedlungsstrukturen und räumliche Zusammenhänge werden durch den mittelalterlich geprägten und im 19. Und 20. Jahrhundert überformten Altstadtbereich, die nördlich (Paulusviertel) und südlich davon angrenzenden Gründerzeitviertel (Ranischer Platz/ Lutherplatz), die in den 1920/ 30er Jahren entwickelte Siedlung Gesundbrunnen sowie die Stadtneugründung der Neustadt zwischen Nietleben und Passendorf westlich der Saale gebildet.
Die Konzentrationen industrieller sowie gewerblicher Nutzung kann in Halle besonders im Bereich östlich des Hauptbahnhofes zwischen den ehemals dörflichen Siedlungen Diemitz und Büschdorf als strukturprägend hervorgehoben werden. Außerdem werden solche Konzentrationen monofunktionaler Strukturen auch im Süden der Stadt in Verbindung mit der Merseburger Straße, den Gleisanlagen und den dörflichen Siedlungen Ammendorf, Radewell und Ossendorf an der Saale, südwestlich der B80 zwischen Halle Neustadt und Zscherben sowie in Verbindung mit den Hafenanlagen Trotha erkennbar. Nach 1990 wurde in Verbindung mit dem Ausbau der Autobahn A14 ein neues großflächig angelegtes Gewerbegebiet nahe der Ortschaft Peißen erschlossen.
Die Konzentrationen der industriellen Wohnnutzung im Westen und Süden der Stadt prägen erheblich.

Unbebaute Räume
Stadträumlich bedeutsame innerstädtische Grünräume bilden verschiedene Parkanlagen sowie Friedhöfe (Stadtpark, Stadtgottesacker, Nord- und Südfriedhof, Gertraudenfriedhof). Die weitläufigen Grünanlagen in den Saaleauen werden als verbindende Grünräume für die angrenzenden Stadtteile räumlich wie auch funktional wirksam.
Auch die Stadt Halle wird durch ein großflächig aufgeweitetes Netzwerk an Bahnanlagen strukturell stark gegliedert. Die Stadt erhält nicht nur durch die Saale im Westen, sondern auch durch die Bahnanlagen im Osten eine deutliche NS-Ausrichtung, die die Siedlungsentwicklung besonders seit der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts maßgeblich beeinflusste. (Abb. 104)