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„Funktionale Stadt“ - Vorkriegssituation Gemischte Nutzung prägt die Innenstadt mit erstem gründerzeitlichen Erweiterungsring bis hin zur Bahnlinie, die Ausfallstraßen mit ihrer diagonalen Kreuzung südlich des Paulsviertel, eine Ausfallstraße am Saaleufer Richtung Giebichenstein sowie die Bereiche der industriell angelegten Kerne mit ihren teilweise bandförmigen Überlagerungen im Süden und im Osten der Stadt. Gewerbliche Nurtzung ist in Nord-Süd-Richtung entlang der Bahngleise ausgedehnt und beansprucht zen-trale Flächen entlang der Saale-Ufer sowie im Querungsbereich nach Westen. Inselhafte Anlagen der gewerblichen Nutzung gibt es im Norden entlang der Saale, im Süden und vereinzelt im Nordosten in Verbindung mit Bahnlinien und dörflichen Kernen. Wohnnutzung ist großflächig ausgedehnt im Norden und im Süden der Innenstadt und kleinteilig verstreut angelegt im Nordwesten, im Nordosten und im Südosten. Erste Ansätze der Funktionstrennung werden hieran auch bereits in unmittelbarer Umgebung der vorindustriell angelegten Kerne deutlich. Grünanlagen sind großflächig vorhanden im Westen der Stadt, vor allem entlang der Saale, sowie inselhaft verbunden im Norosten und Südwesten der Innenstadt. Ein Gewerbegebiet südlich der Saale zeigt die beginnende umfassende Funktionstrennung. (Abb. 87)
„Funktionale Stadt“ - Vorwendesituation Die Situation zeigt eine Entmischung zugunsten der Ausdehnung von Wohnnutzung einerseits und gewerblicher Nutzung andererseits in der nördlichen Innenstadt. Die gemischte Nutzung besteht fort in Bereichen vorindustriell angelegter Kerne. Die Wohnnutzung ist massiv ausgedehnt worden im Westen und Süden der Stadt. Das Zentrum von Halle-Neustadt hat die gemischte Nutzung des Kernes Passendorf an anderer Stelle ersetzt. Kerne wie Diemitz zeigen eine Entmischung zugunsten integrierter Wohnnutzung. Wo gewerbliche Nutzung im Westen und Flächen der Ausdehnung entlang Bahngleisen fand, wurden diese besetzt. (Abb. 88)
„Funktionale Stadt“- Nachwendesituation Insgesamt ist die Situation gegenüber der Nachwendesituation unverändert. Nördlich von Halle Neustadt ist gewerbliche Nutzung durch Wohnnutzung ersetzt worden. Eine typische Antwort der Nachwendezeit auf die umfassende De-Industrialisierung, De-Militarisierung etc. ist die Umnutzung von Brachen, z.B. ehemals militärischer Nutzung, für Wohnneubebauung (Heide-Süd) und damit wiederum für eine Monofunktion. (Abb. 89)
„Funktionale Stadt“ - Szenario Insgesamt wird eine Entflechtung von Nutzungskonzentration zugrunde gelegt. Die gemischte Nutzung, die für Halle Altstadt typisch ist, wird in den Bereichen vorindustriell angelegter Kerne fortgeführt und in flächenhaften Siedlungsanlagen im Verhältnis zum Charakter des jeweiligen Kontextes (Zentrum, Stadtmitte, Siedlungsräume, Großwohnsiedlungen) gestärkt. Das bedeutet für das Zentrum, für die südliche und nördliche Innenstadt sowie für Halle-Neustadt und Teile von Halle-Süd flächenhafte Durchmischung mit Arbeitsnutzungen, für die Siedlungen, z.B. Gesundbrunnen, eine flächenhafte Ausdehnung gemischter Nutzung, vor allem für Versorgung, wo dies möglich ist. Neue Kerne werden gebildet in Form von Angeboten für die tägliche Versorgung innerhalb teilräumlicher Zusammenhänge und entlang zentraler Haupterschließungen. Die Abstände dieser Versorgungsbereiche orientieren sich an vorhandenen Raumabschnitten (z.B. Kreuzungen). Wohn-Siedlungen werden so durch Versorgungsangebote des täglichen Bedarfs in ihren Eingangsbereichen entlang der Haupterschließungen gestärkt. Die erhaltenen Großwohnsiedlungen (Halle-Süd) erhalten eine neue Gliederung durch kleinteilig integrierte Angebote des täglichen Bedarfs in den Erdgeschossen in der Umgebung neu geschaffener Plätze. Konzentrierte und großmaßstäbliche Wohnnutzung an den Rändern der Stadt wird vor allem dort zurückgebaut, wo landschaftlich wertvolle Lagen (z.B. Flussufer) höchstens eine individuelle Einstreuung von kleinteiliger Bebauung vertragen (Silberhöhe, Halle-Neustadt-Südost), und wo industriell angelegte Kerne in ihrer Erfahrbarkeit von Rand und Mitte gestärkt werden sollen (z.B. Diemitz). Gleichermaßen wird gewerbliche Nutzung in solchen Lagen zurückgebaut. (Abb. 90)
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 Abb.87: "Funktionale Stadt" - Vorkriegssituation
 Abb.88: "Funktionale Stadt" - Vorwendesituation
 Abb.89: "Funktionale Stadt" - Nachwendesituation
 Abb.90: "Funktionale Stadt" - Szenario
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