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Inhaltsverzeichnis |
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Mit Bezug zu den Inderdependenzbeziehungen, die der Stadtraum trägt, werden folgende Paradigmenwechsel als historische Längsschnitte zur Verdeutlichung von aktuellen Einflüssen hypothetisch vorangestellt:
Wirtschaft: Industrielle Blüte bis 1914; Wiederherstellung der Industrie ab 1950; Krise der industriellen Entwicklung ab 1960, verstärkt sichtbar in Westeuropa Mitte der 1970er Jahre und in Ostdeutschland Mitte der 1980er Jahre; Umbruch nach der industriellen Krise in Westeuropa bis Ende der 1980er Jahre, in Ostdeutschland bis Ende der 1990er Jahre.
Gesellschaft: Aufblühendes Bürgertum bis 1914; Stärkung von Bürgertum und Arbeiterbewegung bis 1933; Stärkung des Kleinbürgertums in Ost- und Westdeutschland ab 1950; „Gleichschaltung“ der Gesellschaft in Ostdeutschland von 1960 – 1985; Individualisierung der sozialen Gruppen in Westdeutschland seit 1960, in Ostdeutschland seit 1990.
Technologie: Allmähliche Verbreitung des Autos seit 1920; verstärkte Verbreitung des Autos in Westdeutschland seit 1950, in Ostdeutschland seit 1990; Aufnahme und Verbreitung des Computers in Westdeutschland seit 1970, in Ostdeutschland seit 1990.
Standortfaktoren der Stadtentwicklung: Natürliche Standortfaktoren (Wasser, Flächen) für Ansiedlung von Produktion und Wohnen bis 1830, Ergänzung durch Standortfaktoren „von Menschenhand“: Straßenausbau, Bahnanschlüsse bis 1945, Konzentration der Produktion auf Standortfaktoren der Informationstechnologie ab 1980 in Westdeutschland und ab 1990 in Ostdeutschland, zunehmende Unabhängigkeit der Produktion vom Ort seitdem und Besinnung auf „Stadt-Raum“ und „Landschaft“ als Ansiedlungsfaktoren für Gewerbe und Wohnen seit 1990 in Ost- und Westdeutschland.
Räumliche Organisation von Funktionen: Mischung von Nutzungen am Ort bis 1830, Nachbarschaft von Wohnen und Arbeiten seitdem, relativiert durch großräumliches Pendeln seit 1960 in Westdeutschland, seit 1990 in Ostdeutschland; beginnende Mischung von Nutzungen am Ort nach der industriellen Krise infolge von Arbeitsmangel und Wandel in der Technologie, verstärkt seit 2000 in Ost- und Westdeutschland.
Architektur/ Kunst: Moderne von 1870 bis 1965, Postmoderne seit 1960, neue Moderne seit 1920?
Städtebau: Raumbildender Städtebau und beginnende Trennung von Funktionen mit Gleichberechtigung unterschiedlicher Nutzer im öffentlichen Raum bis 1930; verstärkte Trennung der Funktionen und Auflösung der Räume in funktional gebundene Flächen, u.a. Landschaft, ab 1950; raumbildender Wiederaufbau in beiden deutschen Staaten, „sozialistischer Realismus“ in Ostdeutschland bis 1960; „Urbanität durch Dichte“ und „fließender Raum“ mit Funktionalität von Landschaft und Verkehrsflächen in beiden deutschen Staaten bis Mitte der 1980er Jahre; Besinnung auf Raumbildung und „menschlichen Maßstab“ seitdem, leider mit starken Einflüssen individualistischer Flächennutzung und Bebauung zulasten der Qualität öffentlicher Räume.
„Produktion von Raum“: Trennung von Raumnutzung, Vorstellungs- und Darstellungsräumen seit Beginn der Industrialisierung in Verbindung mit der zunehmend globalen Aufteilung von Funktionen; allmähliche Verbindung von Raumnutzung, Vorstellungs- und Darstellungsräumen seit offenkundiger Trennung von Raum und Zeit in Form von Enklaven: Kleingartensiedlungen, Einfamilienhaussiedlungen, „gated communities“ (u.a. des New Urbanism), erste Ansätze zur Besinnung auf gesamträumliche Zusammenhänge seit dem großflächigen Auseinanderbrechen der ostdeutschen Städte infolge der De-ökonomisierung (Industrie, Militär, Agrarwirtschaft, soziale Dienste).
Diese Längsschnitte dienen als Rahmen für die nachfolgend ausführlicher thematisierten Längsschnitte zu „gebauten“ und „gelebten“ und „öffentlichen“ und „privaten“ Räumen.
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