Anlässe und Ausrichtung der Forschung

Die Untersuchung trifft auf folgende strukturelle Bedingungen des Wandels räumlicher Bedingungen in West- und Ostdeutschland:

Konkurrenz der Städte
Dezentrale Entwicklung zur gleichen Zeit an unterschiedlichen Standorten mit allmählicher Veränderung von Nutzungsmischungen
Flächenmäßiges Wachstum (“Schrumpfende Stadt, die wächst”)
Stadt-Umland-Verflechtungen mit Randwanderung von Kernen und Umland ausgehend
Anstieg des Wohnflächenbedarfs/ Kopf der Bevölkerung
Anstieg der Anzahl der Haushalte
Rückläufige Bevölkerungsentwicklung
Zunehmende Fragmentierung von “Raum” nach Lage zu Standortvorteilen (Kerne, Ränder, Landschaft/ Wasser, Autobahnanschluss).

Anders als in Westdeutschland, - wo die Optimierung baulicher Dichte weitergehend letzte Flächenreserven für immer noch ungedeckten Wohnflächenbedarf ausschöpft (Regionen wie München) -, ist das Freiwerden von Flächen in Ostdeutschland eine mögliche Basis dafür, die räumliche Organisation von Funktionen in Bebauung und Freiräumen neu zu definieren, die Kern-Städte als individuelle Standorte der Wirtschaft und Kultur in der Region in ihrer Erfahrbarkeit als Lebensräume zu qualifizieren und den bevorstehenden Strukturwandel im Sinne einer Akzeptanz und Steuerung von Stadt-Umland-Verflechtung langfristig vorzubereiten, Freiräume neu und anders der Bebauung und den Stadträumen zuzuordnen.

Angesichts dieser Bedingungen ist die Forschung darauf ausgerichtet, dass eine Veränderung raumstruktureller Bedingungen einhergehen muss mit neuen Innovationssupportstrategien. Herrschende Förderprogramme sind dafür offensichtlich nicht leistungsfähig genug. Es gilt, die vorwiegend nicht-investiven Ansätze des Programms „Soziale Stadt“ mit den „investiven“ Ansätzen des Förderprogramms „Stadtumbau Ost“ vor allem für solche Gebiete zu kombinieren, die strukturell geeignet sind, als „Verflechtungsräume“ für Kommunikation und Aufbau lokaler Ökonomien eine Zukunft zu tragen.