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Unbebaute Räume - Bestand Die Stadt Dessau liegt naturräumlich auf den Niederterrassen einer Dünensandfläche im Urstromtal der Elbe, an welche im Osten die Muldeaue bzw. im östlichen Anschluß Oranienbaumer Heide angrenzen. Südlich der Stadt erstrecken sich die eiszeitlichen Niederterrassen des Naturraums Mosigkauer Heide mit großen Waldflächen und flachwelligen landwirtschaftlichen Nutzflächen. Im Westen zwischen der Dessauer-Akener Niederterrassen und dem Dünenzug und der Mosig-kauer Heide liegt die Niederung der Taube.
Die Landschaftsräume um Dessau umfassen weitläufige Auengebiete, besonders in Verbindung mit der Elbe und der Mulde mit Erlenbruch- und Erlen-Eschen- sowie Hart- und Weichholz-Auenwäldern (Schwarzerlen, Esche, Ulme, Traubenkirsche, Eiche, Weiden). In höheren Lagen, den trockenen Heidelandschaften (Mosigkauer Heide, im Osten; Oranienbaumer Heide; im Norden auf den Dessauer-Akener Niederterrassen) sind überwiegend Eichen-Kiefern-, Eichen- Birken- und Eichen-Hainbuchenwälder anzutreffen. Große Teile der Landschaft um die Stadt sind anthropogen überformt und nur noch in kleinen Bereichen der Elb- bzw. Muldeaue in den dort ausgewiesenen Schutzgebieten ist eine natürliche Vegetationsvielfalt vorzufinden. In der Mosigkauer, Oranienbaumer und Kühnauer Heide, ehemaligen militärischen Sperrgebieten, haben sich aufgrund ihrer jahrzehntelangen Abgeschlossenheit seltene Biotope angesiedelt.
Die Stadt Dessau verfügt über einen auffallend hohen Anteil an geschützten bzw. extensiv genutzten Grünräumen, die die Stadt im Norden mit den Elbauengebieten, im Osten in Form der Muldeauen und im Süden in Form der Heidelandschaft und zusammenhängenden großflächigen Waldgebiete der Mosigkauer Heide umschließen. Vor allem am Westrand der Stadt (zwischen Alten, Mosigkau und Kochstedt sowie im Osten um die Ortsteile Waldersee und Mildensee lagern sich agrarisch genutzte Flächen in Form von Ackerflächen an. Große zusammenhängende Wiesen- und Weideflächen erstrecken sich nördlich der Altener Gleisanlagen auf dem Terrain des ehemaligen Flughafens, in den Auengebieten entlang der Elbe wie auch in der Muldeaue (Tiergarten).
Die zahlreiche durch Besiedlung geprägte Grünräume wie Parkanlagen, Friedhöfe und grünen Freiräume (Schillerpark, Stadtpark, Pollingpark, Jüdischer Friedhof, Südfriedhof, Historischer Friedhof) prägen den innerstädtischen Charakter der Stadt, wobei diese vielfach eine wichtige Verbindungsfunktionen zu den umgebenden Kulturlandschaftsräumen und Parkanlagen darstellen (Park Luisium, Tiergarten, Georgengarten, Große Kienheide, Beckerbruchpark..). Diese Zusammenhänge werden durch die vorhandenen, die Stadt feinmaschig durchziehenden Alleen und Baumpflanzungen entlang der Straßen unterstützt. Dort, wo weniger funktional geprägte und dimensionierte Straßenräume vorherrschen werden die Pflanzungen zudem raumbildend wirksam. Große Sportanlagen finden sich besonders entlang des Muldeufers an den Siedlungsrändern (Paul-Greifzu-Stadion), kleinere sind jedoch auch in allen anderen Stadtteilen auffindbar.
Die zahlreichen Kleingartenanlagen sind meist an den Rändern der Stadt oder als Pufferzonen zwischen Wohnbebauungen und bestehenden Gleisanlagen bzw. Industrie- und Gewerbeflächen angesiedelt und befinden sich besonders großflächig südöstlich von Alten, am Westrand der Siedlung und um den Schillerpark nördlich von Dessau Nord.
Großflächige Brachen und Leerstände finden sich vor allem im Bereich stillgelegter ehemaliger industrieller Nutzungen, die vielfach häufig entlang der Gleisanlagen sowie in den Stadtteilen Innerstädtisch Süd und West liegen. Es gibt jedoch auch zahlreiche Brachen in der Nähe des Altstadtkerns (Schlachthof, ehem. Brauerei, Wörlitzer Bahnhof). (Abb. 153a)
Unbebaute Räume – Potentiale Dessau als bedeutende Stadt des Maschinenbaus und der Flugzeugproduktion unter Junkers in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, bekannt durch den Waggonbau und als Wohnort vieler Arbeiter in der Chemischen Industrie von Bitterfeld und Wolfen erhielt besonders in den letzten beiden Jahrhunderten seine heutige Prägung. Die funktionale Trennung von Wohnen und Arbeiten hat auch im Gefüge der Stadt Dessau deutlich ihren Niederschlag gefunden. Eine Vielzahl konzentrierter monofunktionaler Nutzungen beeinflussen das Bild der Stadt besonders im Süden und Westen und schaffen funktionale wie auch räumliche Barrieren zwischen den Stadtteilen. Räumliche Zusammenhänge werden gestört bzw. Verflechtungen erschwert und behindert. Zudem wirken die zahlreichen Wohnsiedlungsfragmente, welche zusammenhangslos in das städtische Gefüge eingestreut sind als Bruchstellen und spalten die ohnehin sehr fragmentarische städtische Raumstruktur zusätzlich auf. Die die Innenstadt dominierenden verkehrsfunktionalen Achsen der Heide-/Franz-/ Kavaliersstraße in NS-Richtung und der Askanischen Straße in OW-Richtung teilen die Stadt ebenso wie die beiden sich im Bereich des Hauptbahnhofes zusammenlaufenden, nach Norden weiterführenden Schienenwege aus Westen und Süden.
Auf den ersten Blick wird deutlich, dass die Stadt und hier besonders der südwestliche Teil in der Phase vor 1990 erheblich geprägt wurde. Die sich an die Schienenwege anlagernden Industrie- und Gewerbebetriebe bilden ein dichtes Gefüge städtischer Arbeitsfunktionen, die sich besonders in den Stadtteilen von Dessau West nördlich von Dessau Nord und nördlich von Alten an den Bahnanlagen angesiedelt haben. Nahezu ein Fünftel der besiedelten Fläche wird durch diese Nutzungskonzentrationen bestimmt.
Wie auch in den Städten Halle und Magdeburg wurden nach 1990 gewerblich und industriell genutzte Flächen, wenn sie denn neu erschlossen wurden, überwiegend an den Rändern der Stadt angelegt. Dies ist in Dessau unmittelbar an der Autobahnabfahrt der A9 bei Mlildensee der Fall. Ein zweites bedeutendes Gewerbegebiet entstand im Westen der Stadt in Angliederung an die Plattensiedlung Zoberberg und den alten Dorfkern von Alten.
Die städtischen Wohnfunktionen, vor 1990 entstanden sind in der Stadt in weniger konzentrierter und großflächiger Form zu finden. Hier werden eher bruchstückhafte, meist zusammenhanglose Siedlungsbestandteile verteilt über nahezu den gesamten Innenstadtbereich erkennbar. Die größte Wohnsiedlung, welche als Plattenbausiedlung in Dessau errichtet wurde ist die Siedlung Zoberberg, unmittelbar an die dörfliche Siedlung Alten angelagert.
Konzentrationen von Wohnnutzungen nach 1990 sind vor allem, wie auch in vielen anderen ostdeutschen Städten in den Randlagen der Stadt erkennbar. Meist eher in kleinerem Maßstab angelegt verteilen sie sich in der Regel über das gesamte Stadtgebiet und entstanden oft als Lückenergänzung bzw. zur Abrundung von Siedlungsrändern. Flächenmäßig bedeutsame Wohnanlagen entstanden unter anderem im Norden der Stadt an der Elbe und als Erweiterung des Dorfes Alten.
Die jedoch mit Abstand größte Wohnsiedlung entstand nach 1995 als Umnutzung einer Militärfläche östlich des Dorfes Kochstedt. (Abb. 153b)
Unbebaute Räume - Szenario Begrünung besetzt im Szenario derzeitig noch durch flächenhaft konzentrierte Wohnnutzung oder Industrie und Gewerbe beanspruchte Flächen und überschreitet damit den Anteil an unbebauten Flächen, die für das Szenario der Funktionsverteilung in der „funktionalen Stadt“ schon revolutionär erschien. Die Anlage von Kernen der Grundversorgung in Zoberberg und Dessau- Nord Rand, wie dort aufgezeigt, ist damit überflüssig geworden.
Das Szenario umfasst eine relative Freilegung vorindustriell angelegter Kerne im Westen (Kochstedt, Alten, Ziebigk), eine Ausdehnung des Grünzuges entlang der Bahnlinien in Nord-Süd-Richtung mit Aufweitung südlich der Elbe, eine inselhafte Verstärkung der Muldeauen in das Stadtgebiet hinein mit Querungsbezügen nach Westen, eine Verstärkung von Schutzgebieten in Außenbereichen rundum die Stadt und eine Aufgabe von Siedlungsflächen im Osten der Stadt. Im Ergebnis wird die Stadt dadurch in drei Innenbereiche westlich der Bahnlinie, drei Innenbereiche östlich der Mulde und einen mehrfach unterbrochenen Hauptsiedlungsraum in Nord-Süd-Richtung östlich der Bahnlinie unterteilt. Dies bedeutet, dass die Innenstadt verstärkt in ihren Teilräumen begrünt wird. (Abb. 154)
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 Abb.153a: Unbebaute Räume - Bestand
 Abb.153b: Unbebaute Räume - Potentiale
 Abb.154: Unbebaute Räume - Szenario
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