Gebaute Räume

Gebaute und gelebte Räume - heute
Die Ufer von Mulde und Elbe und deren Auen sind einmalige „gelebte“ unbebaute Räume in unmittelbarer Nähe zur Stadt und charakterisieren die Stadt als Tor zum Wörlitzer Gartenreich. Insgesamt gehen die teilraumspezifischen Strukturmerkmale prägende Verbindungen ein mit den gesamträumlich bedeutsamen gelebten Räumen. Hierbei spielt die Bahnlinie eine große Rolle: sie trennt den Nordwesten mit Bauhaus und Hochschule als gelebte Räume, den Südwesten mit Zoberberg und die gesamte Innenstadt mit Dessau-Nord als integriertem Schwerpunkt und Stadtmitte als oberzentralem Schwerpunkt voneinander. Zentrale öffentliche Räume in der Stadtmitte sind als Stadträume von Handel und Dienstleistung einerseits und von integrierter Wohnnutzung andererseits gebaut und erlebt. Die Bahnhofsumgebung ist ein öffentlicher Raum mit Kino und Bahnhofsvorplatz auf östlicher Seite und dem Seminarplatz mit Eingang zu Hochschule Anhalt und Bauhaus auf der westlichen Seite. In der jüngsten Großwohnsiedlung, Zoberberg am Westrand der Stadt, erschlossen durch eine Straßenbahn, liegt ein weiterer Schwerpunkt großräumlich gelebter Räume, der von älteren gemischten und jüngeren konzentrierten Nutzungen (Gewerbe-Park) umgeben ist. In den Großwohnsiedlungen in der Stadtmitte gibt es teilräumliche Synthesen des Wohnens mit Balkon in zentraler Lage.

„Gebaute“ und „gelebte“ Räume finden bis heute kleinteilige Synthesen öffentlicher und privater Räume in den vorindustriell gegründeten Kernen, an ihren Rändern und in den Siedlungen der 1920er bis 1950er Jahre, die im Westen und Süden der Stadt ausgedehnt sind, sowie auch östlich des Zentrums in der „Wasserstadt“. (Abb. 155)