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Daten  | Vorindustrielle Anlage eines Dorfkerns mit für Anhalt typischen kleinen Häusern, entstanden auf der Grundlage eines ehemals fürstlichen Domäne |  | Seit 1920er Jahren: Annäherung von Kasernen- und Industrienutzung |  | Seit 1980er Jahre: Annäherung von Wohn- und Handelsnutzungen sowie öffentlicher Einrichtungen (heutige Nachbarschaften: der städtische Müllberg, das städtische Klinikum und das Berufsbildungszentrum) |  | 1988, Abschluß der Bebauung der Plattenbausiedlung Zoberberg ohne Vollendung der geplanten Siedlungsanlage in vollem Umfang, (größte Wohnungszuschnitte von allen Neubausiedlungen in Dessau, Nutzungsmischung durch Versorgungsangebote, ein Cafe, Blumen- u. Videoläden, Straßenbahnanschluß) | Öffentliche und private Räume  | Ursprünglich dörfliche Siedlung des Ortes Alten im Zentrum um die Kirche noch deutlich erkennbar |  | Deutlich erfahrbare Raumzusammenhänge von innen nach außen zu den Rändern der alten Siedlung |  | Geschlossene Bauweise der umgebenden privaten Nutzungen erhöht die Lesbarkeit des dörflichen Raumes |  | Orientierung innerhalb der Ortschaft durch die Zentralität der Kirche gegeben |  | Keine feststellbaren gestalteten Übergänge zu den öffentlichen Räumen der jüngeren Siedlungserweiterungen (Plattenbaugebiet Zoberberg, Gewerbegebiet an der Taube, Sportanlagen und Kaserne) |  | Prägung des dörflichen Raumes durch die Tangente der B185 (Barriere zu den nördlich angrenzenden Gewerbe-, Bahn- und Kasernenflächen) |  | Fehlende räumliche wie auch funktionale Zusammenhänge zwischen den einzelnen Siedlungsteilen (Dorfkern, Gewerbegebiete, Kleingärten, Krankenhaus, Gartensiedlungen) | Kerne – Ränder – Zwischenzonen Der vorindustrielle Kern ist mit Kirche, platzartiger zentraler Straßenkreuzung mit altem Baumbestand im öffentlichen Raum eindeutig als zusammenhängende Ortschaft dörflicher Prägung erfahrbar. Ränder werden gebildet durch umgebende großflächige monofunktionale Nutzungen (Gewerbe zur Bahn hin und Wohnen in der Siedlung Zoberberg nach Süden sowie durch Sportanlagen im Nord-Osten und das Kreiskrankenhaus sowie jüngere Mehrfamilienhäuser im Südosten). Insbesondere das Gewerbe bildet Zwischenzonen zur Bahn hin.
Erneuerungstätigkeiten und Bodenwerte Die Bebauung auf vorindustriell angelegten Stadtgrundriss und die tiefen Parzellen mit Gärten oder gewerblicher Nutzung werden kleinteilig erneuert. Die bodenwerte sind vermutlich in der Mitte des Kerns wegen der Altbausubstanz niedrig und an den Rändern dieses Kerns vergleichsweise hoch, nicht zuletzt aufgrund der umgebenden Neubauten aus den 1980er –90er Jahren.
Vorkriegssituation Die vorindustriell angelegte Siedlung zeigt unmittelbare Nachbarschaft von Fabriken nördlich der Köthener Straße im Übergang zur Bahnlinie. Es gibt einen Bahnhof. Im Südwesten ist die Planung einer kolonieartigen Siedlung sichtbar. Freie Felder umgeben im Süden und Westen das Dorf und die Fabriken. (Abb. 175)
Vorwendesituation Die großflächigen Industrie- und Versorgungsanlagen nördlich des Dorfes haben Bestand. Südlich sind Kleingärten eine Schule und das Kreiskrankenhaus entstanden. Die Köthener Straße erschließt Industrie und Dorf weiterhin in Ost-West-Richtung und ist nur unwesentlich begradigt und ausgebaut worden. Das abrupte Abbrechen der Stadtkante gegenüber der Landschaft kennzeichnet auch die jüngste der Großwohnsiedlungen: Zoberberg im Westen der Stadt. Sie wird mit der Stadt in Ost-West-Richtung verbunden durch eine mehrfach modernisierte, im Kreuzungsbereich mit der Bahn hochgesetzte, Straße mit eigener Trasse für den Straßenbahnverkehr, der die Siedlung Zoberberg an die Stadt anbindet. Diese Verkehrstrasse geht im Osten durch bis zur Mulde und geht dort über in einen der wesentlichen Nachkriegsbrüche der Stadt, die Anlage der B185 mit Verlauf über Teilflächen des ehemaligen Renaissancegartens des Stadtschlosses. (Abb. 176)
Nachwendesituation Industrie und Dienstleistung nördlich der Köthener Straße und Wohnnutzung in Form der Plattenbausiedlung Zoberberg setzen die Tradition der Trennung von Funktionen zu beiden Seiten der Straße fort. Die Ränder dieser Nutzungen bilden schraffe Übergänge zur umgebenden Landschaft, da wo diese noch so genannt werden kann und nicht durch begonnene Erschließungen und Stellplatzflächen zum Bestandteil der bunten Reihung von Bebauungen geworden ist (Südöstlich des zentralen Platzes in Alten). Die Lesbarkeit des ehemaligen Dorfes ist eindeutig, die der Siedlung Zoberberg weniger eindeutig aufgrund der doppelten Erschließungen für fließenden und ruhenden Verkehr. Die Anordnung der zuletzt erstellten Mehrfamilienhäuser südwestlich von Alten ist jedoch überhaupt nicht mehr räumlich zuzuordnen. Die Nutzbarkeit ist, trotz der Nähe zur Landschaft, beschränkt auf Innenräume und minimierte Wohnungsaustritte. (Abb. 177)
Gebaute und gelebte Räume - Bestand Gelebte Räume liegen in diesem Kern in enger Verflechtung privater und öffentlicher Räume mit Schwerpunkt der Verknüpfung auf privaten Flächen zwischen Bebauung und Freiräumen. Eine Ausdehnung der engen Verknüpfung gebauter und gelebter Räume ist in den Siedlungen Oberbreite und Schwarzenbergbreite vorhanden. (Abb. 178)
Gebaute und gelebte Räume – Szenario Die Kernstruktur von Alten wird durch Festigung der angrenzenden Siedlungen und durch Anlage von Versorgungsbereichen für diese gestärkt. (Abb. 179)
Empfehlungen Orte Innerhalb des alten Kerns Alten sind zentrale Orte durch Sicherung von Aufenthaltsqualitäten zu stärken. In den angrenzenden Siedlungen sind ähnliche Orte zu entdecken und anzulegen.
Öffentliche Räume Das Netz der öffentlichen Räume bildet hochwertige Synthesen von Raumbildung und Nutzbarkeit. Es sollte durch Schutz der privaten Nutzungen auf den privaten Flächen umfassend gestärkt werden. Die privaten Nutzungen sollten durch öffentliche Wege im Übergang zur Landschaft weitergehend gerahmt werden.
Private Räume Die privaten Räume sollten weiterhin, ohne Nutzungseinschränkungen, die Nutzungsmischung mit nicht erheblich störender Gewerbenutzung räumlich und funktional integrieren.
Unbebaute Räume Bestehende und freiwerdende Grünräume sollten die Ränder der Siedlungen besser erfahrbar machen.
Teilbereich Linden- Köthenerstraße Der Teilbereich zwischen Kirche und zentralem Platz in Alten und Kreuzung mit der Hauptverkehrsstraße zeigt, wie nah die Konzentrationen von Gewerbe einerseits und Wohnen andererseits an die gemischt genutzte Siedlung herangerückt sind. Eine Ausdehnung der gemischten Nutzung des Kerns über die Köthenerstraße hinweg könnte den Kern weitergehend festigen und den Verkehr in diesem Abschnitt beruhigen. Übergänge zur Wohnnutzung nach Süden sind durch die tiefen Parzellen abgefangen. Übergänge zur Landschaft sollten hergestellt werden. Ein Rückbau der zuletzt entstandenen mehrgeschossigen Wohnungsbauten würde den Rand von Alten im Übergang zur Landschaft besser erfahrbar machen. (Abb. 180/181/182)
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 Abb.175: Teilraum Alten - Vorkriegssituation
 Abb.176: Teilraum Alten - Vorwendesituation
 Abb.177: Teilraum Alten - Nachwendesituation
 Abb.178: Teilraum Alten - Gebaute und gelebte Räume - Bestand
 Abb.179: Teilraum Alten - Gebaute und gelebte Räume - Szenario
 Abb.180: Teilbereich Alten - Aufsicht
 Abb.181: Teilbereich Alten - Isometrie
 Abb.182: Teilbereich Alten
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