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Inhaltsverzeichnis |
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Verflechtungsräume bilden die Raumkategorie, die sowohl in vielfältiger Ausprägung vorhanden ist, als auch für den Strukturwandel die geeigneten Bedingungen der Transformationsfähigkeit herstellt und deshalb zukunftsträchtig ist. Aus diesen Gründen kristallisierte sich die inhaltliche Schwerpunktsetzung auf das Thema „Verflechtungsräume“ im Laufe der Bearbeitung des Projektes immer klarer heraus. Im Sinne der Rea-lisierung des Strukturwandels geht es vor allem um folgende Aktivitäten der Erneuerung und um folgende Ziele der Qualifizierung der Stadträume: Individuelle und gemeinschaftliche Initiativen der Aneignung und Nutzung sollen gestärkt werden. Land soll dafür verfügbar gemacht werden, Landnutzungen ohne gravierende Einschränkungen für Nutzungsvielfalt zugänglich zu machen, Erneuerung von Stadträumen durch Verflechtungsräume zu stärken und eine Rückbettung von globalen Funktionen in örtliche Bedingungen einzuleiten.Bestehende Verflechtungsräume liegen in Kernen oder ehemaligen Rändern der Stadt, nicht in Zwischenzonen. Die Suche führte zu den fortgesetzt erneuerten Bereiche vorindustriell angelegter Kerne, zu Versorgungsbereichen entlang Ausfallstraßen, oft in Verbindung mit einem Kirchvorplatz sowie zu ganzen Siedlungsanlagen, überwiegend zu den verfestigten Kleingartenanlagen. Aber auch andere Siedlungen mit großen Potentialen für den Austausch von Bewegung und Kommunikation im Stadtteil und zwischen Bebauung und Freiräumen wird zu diesen Verflechtungsräumen gezählt. Plattenbausiedlungen werden nur im Sinne eines erweiterten Verständnisses dieses Begriffs dazu gezählt, wenn Versorgungsangebote Verflechtung örtlich manifestieren. Bei der Suche von Standorten zur Verbesserung der Verflechtungsangebote in flächenhaften, monofunktionalen Konzentrationen von Funktionen, z.B. Großwohnsiedlungen, sollte darauf geachtet werden, dass nicht in solchen Bereichen in die Verflechtung investiert wird, die aus anderen Gründen, z.B. bereits umfassender Leerstand in äußersten Randlagen, der Rückbau langfristig unbedingt erforderlich erscheint.
Folgende Bedingungen werden für die Herstellung von Verflechtungsräumen gesehen:
 | Globale Einflüsse fordern lokale Verflechtungen. |  | Lokale Verflechtungen erfordern ein neues Denken, das die Muster der Trennung und Konzentration von Funktionen überwindet und damit der Fragmentierung von Stadträumen gerecht wird. |  | Lokale Verflechtung bezieht globale Verflechtung ein. |  | Lokale Verflechtung umfasst Nutzungsvielfalt und Austausch von Kommunikation und Dienstleitung innerhalb der Bandbreite vom Versorgungsangebot für den täglichen Bedarf bis hin zu pionierhaften Anlagen lokaler Ökonomien. |  | Individuen und Gemeinschaften können Synthesen der kleinteiligen Erneuerung von Stadt bilden durch Verflechtung von Raum und aktiver Stellungnahme zu Raumnutzung, Konzeption und Erfahrung des Raumes. |  | Erneuerung sucht Orientierung an einer „Topografie der Werte” (Lesbarkeit, vielfältige Nutzbarkeit im Verhältnis von Bebauung zu Freiräumen, Wandelbarkeit auf der Parzelle); Standorte treten dann miteinander in überörtliche Kommunikation, wenn die Verflechtung am Ort den Ort dafür stark genug gemacht hat. |  | Erneuerung von Stadt zugunsten von Verflechtung braucht Ressourcen der Aneignung von Raum in Form von geeigneten Lagebedingungen, Verfügbarkeit von Land zu niedrigen Preisen und Finanzierung der Aneignungs-, Erneuerungsprozesse (Innovationssupport). |  | Verflechtungen sind entweder kleinteilig in Nischen (Anreicherung von Flächen) oder großräumlich bedeutsam an dafür geeigneten Orten zu integrieren (Initialzündung an Schnittstellen zwischen groß- und kleinräumlichen Verbindungen im Raumgefüge, z.B. Kreuzungen, Siedlungseingänge, Plätze an Kirchen). |  | Örtlich besondere Verflechtungen stärken das soziale Bewältigen von Alltag (Lebenswelten) und fördern die Entstehung von „Einmaligkeitswerten”, die eine Stadt im Kampf der Standorte untereinander erst konkurrenzfähig machen (Systemwelten). | Je stärker Orte und Bereiche in ihren Eigenarten auch räumlich lesbar sind, desto eindeutiger sind sie als „Inseln“ im Raumgefüge erkennbar und können durch umgebende Grünverbindungen und verbindende Straßen und Wege, idealerweise Alleen, eingebunden werden. Die bestehenden Hierarchien der Raumgefüge sind in diesem Sinne zu stärken für ihre Integration in Prozesse der Differenzierung von Räumen. Der Verflechtungsbezug zu Stadtteil-, Stadt- und Region besteht unabhängig von neuen örtlichen Verflechtungen fort und erfordert neue Formen und Mittel der Organisation von Personen, Waren und Informationen. Dies ist nur ein regionaler Aspekt der neue Aufgaben der Gestaltung von Räumen hervorruft. Wesentliche Aufgaben der Freiraumgestaltung liegen in der Gestaltung von Übergängen zwischen privaten und öffentlichen, gebauten und gelebten Räumen. Siedlungszusammenhänge sind durch Landschaft sowohl zu unterscheiden wie auch zu verbinden. Örtliche, flächenhafte und lineare Maßnahmen der Gestaltung von Kulturlandschaft sind hierfür zu neuen, örtlich besonderen Lebensräumen zusammen zu führen.
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