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Die Überformung der Kerne in den zentralen Altstadtlagen hat entweder unter der Zerstörung durch den zweiten Weltkrieg oder durch die Funktionalisierung von innerstädtischen Straßen durch den Verkehr gelitten. In Dessau und Magdeburg treffen beide Einflüsse zu. In Halle hat „nur“ die Funktionalisierung des Verkehrs bleibenden Einfluss genommen; dieser ist durch die Führung der Magistrale in Hochlage jedoch umso stärker zum Tragen gekommen. Sowohl Kriegszerstörungen wie auch Straßenanlagen haben den Boden geschaffen für Brüche und Funktionskonzentrationen, die der kleinteiligen Erneuerung von Stadtraum bis heute Barrieren entgegen halten. Vergleicht man die funktionalen Konzentrationen in zentralen Lagen und in Randlagen miteinander, so erweisen sich diejenigen in zentralen Lagen als umso einschneidender: Haben sie doch wesentliche Orte im Gefüge der öffentlichen und privaten Räume aufgehoben oder aber wesentliche Verbindungen zwischen ursprünglich verbundenen Raumgefügen unterbrochen. Kerne in nachgeordnet zentralen Lagen, d.h. innerhalb der Ränder, sind – je nach Ursprung und Überformung -, in unterschiedlicher Weise verändert oder umgeben worden. Es ist festzustellen, dass das Nebeneinander von Einflüssen in fast allen Lagen überwiegt, und selbst die vorindustriellen Dörfer ein Nebeneinander unterschiedlicher Einflüsse aufzeigen. Nur in Magdeburg- Olvenstedt ist die Veränderung soweit gegangen, dass Einfami-lienhäuser in offener Bauweise die ursprünglich geschlossenen Zusammenhänge von Höfen ersetzt haben. An dieser Stelle wird die Gefahr der herrschenden Dynamik von Veränderung sichtbar. Standards ersetzen einmalige örtliche Besonderheiten.
Die historische Klassifizierung der Raumgefüge in Kerne, Ränder und Zwischenzonen hat in Form von Szenario für die Zukunftsfähigkeit der obsoleten „funktionalen Stadt“ neue Perspektiven durch Verflechtungsnutzungen („neue Kerne“) zur Verbesserung der teilraumbezogenen Versorgung in flächenhaften Verflechtungsräumen erhalten. Diese Perspektive greift die bereits begonnene dezentrale Erneuerung einzelner Orte strategisch auf und legt sie einem gesamträumlichen Konzept der Verortung und Durchmischung von Lebensräumen zugrunde.Für den Aufbau der zukunftsfähigen Stadt ist die Erneuerung der vorindustriell angelegten Kerne das Gerüst der Orientierung an Orten. Die flächenhaften Verflechtungsräume, ehemalige Ränder, wie z.B. hochwertige und räumlich differenzierte Wohnsiedlungen und Kleingärten mit freistehender und offener Bebauung, bilden die Verbindungen zwischen diesen Orten und sind insbesondere in alten oder neuen Übergängen zu Freiräumen zu qualifizieren.
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