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Inhaltsverzeichnis |
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Die drei Städte zeigen die Grenzen der funktionalen Stadt genau dort auf, wo die Konkurrenz der Standorte durch Erneuerung Verfall in nächster Nähe hervorgerufen hat, wo Unverträglichkeiten und Belastungen infolge von Funktionskonzentrationen entstanden sind:
 | wo monofunktionale Ränder in unterschiedlichen Lagen verfestigte „Krusten” der industriellen Entwicklung sind und aus immobilienwirtschaftlichen Gründen derzeit nicht abgerissen werden können, |  | wo Transportwege Uferlandschaften von den Städten abschneiden und so die Öffnung der „Zukunftsstandorte” verhindern, |  | wo insgesamt zu wenig Wert auf kleinteilige Erneuerungstätigkeiten in Ausgewogenheit mit Landschaft und Nutzungen gelegt worden ist. | Vor allem die Brüche in den Raumgefügen zeigen, wie wenig oder sehr sensibel die Entwicklung der Stadt mit den verfügbaren Reserveflächen umgegangen ist, und ob Ressourcen bewahrt und genutzt oder zerstört wurden. Wo Gefüge unterbrochen sind, da, wo unmenschliche Lebens-, Arbeits- oder nur Aufenthaltsbedingungen entstanden sind, sind die Grenzen der funktionalen Stadt erreicht und fordern zur umfassenden Veränderung auf. Private Investitionen in die Erneuerung von Stadt bleiben aus, wenn die Schäden in der Umgebung zu umfassend erscheinen.
Magdeburg - ist, mit seiner einerseits starken zentralen, andererseits zusätzlich dezentralen Anlage von Kernen, eine äußerst stabile Raumstruktur, die – infolge der frühen industriellen Entwicklung der verschiedenen Nachbarschaften von Wohnen und Arbeiten ein hohes Maß an Wandelbarkeit innerhalb der Stadteile zeigt. Die entstandenen Monofunktionen sind glücklicherweise immer nur soweit ausgedehnt, wie die Verfügbarkeit von Flächen dies zu Zeiten der industriellen Entwicklung erlaubte. Dies ist eine gute Grundlage für die Integration von gemischten Nutzungen und Grünräumen. Im Zentrum, wo Kriegsschäden die heutige Struktur vorbestimmt haben, ist der Wandel vergleichsweise schwieriger als in anderen Lagen: flächenhafte Konzentrationen von Funktionen (Handel und Dienstleistung) lassen auf absehbare Zeit nur noch flächenhafte Konzentrationen von Grün als Ausgleich für wegbrechende Nutzungen zu. Eine kleinteilige Intensivierung der Nutzungsmischungen könnte hier – ähnlich wie in Dessau - beispielhaft neue Akzente an den Elbufern und in den Häfen setzen.
Halle - ist, mit ursprünglich äußerst zentral und kompakt angelegter Altstadt in räumlich gut erfahrbarer Stadtmitte und den städtischen gemischten Nutzungen, die über Jahrhunderte die Tradition der Stadtkultur gemeinsam mit umliegenden, dezentral begründeten Ortschaften getragen haben, konfrontiert mit den monofunktionalen Einbrüchen in Verkehr und Wohnungsbau aus der Zeit nach dem 2. Weltkrieg. Gerade die kompakte Anlage mittelalterlicher und gründerzeitlicher Stadt sowie nachfolgender Erweiterungen aus der Zeit bis 1930 macht die Raumstruktur so empfindlich gegenüber den flächenhaften Konzentrationen der vergangenen 50 Jahre im Westen und Süden. Ähnlich wie in Dessau sind diese Fehler nur durch derzeitige Akzeptanz und spätere hohe Kosten für Abriss und Umstrukturierung auszugleichen.
Dessau - ist, mit seiner dezentral begründeten Stadtanlage vieler Kerne, in hohem Maße vorbereitet auf die Stärkung von Kernen und auf das Brachfallen von Zwischenzonen. Strukturelle Mängel sind entstanden, da der Hauptkern der Altstadt nach dem 2. Weltkrieg nicht für Verflechtungen strukturell vorbereitet wurde und Randlagen mit neuen monofunktionalen Landnutzungen von Gewerbe und Wohnen besetzt wurden. Langfristig ist Gewerbe wieder in die Innenstadt zu integrieren, da die Ränder zwar gut erreichbar sind, aber keine gute Adresse bieten.
Die Notwendigkeiten zur Veränderung struktureller Defizite, z.B. Funktionstrennungen und Funktionskonzentrationen sind in vielen Städten dichter Nutzung wegweisend zugunsten der Anforderungen der Kontexte „gewendet“ worden. Verkehrsengpässe wurden in westeuropäischen Städten bisher entweder durch Reduzierung von Verkehrsaufkommen aber auch durch z.B. durch Untertunnelungen von Uferlagen gelöst. Ähnlich umfassende Aufgaben stehen für Magdeburg, Halle und Dessau an. Im Sinne der Einrichtung der „zukunftsfähigen“ Stadt wäre es sinnvoll, nur noch nachhaltig verträgliche Lösungen zu suchen.
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