Erneuerungen - Innovationssupport

Versuche, Informationen von den Kommunen zu erhalten über kulturelle Hintergründe vollzogener Erneuerungstätigkeiten und möglicher zu erwartender Aktivitäten, waren nur soweit erfolgreich, als die Verteilung von Förderprogrammen auf Lagen und Stadtteile benannt wurde. Dies aber war genau nicht gefragt gewesen. Die Fragen hatten danach gesucht, kleinteilige, private Erneuerungsaktivitäten, die bei Begehungen teilräumlich festgestellt worden waren, systematisch zu verorten. Hierzu gab es jedoch keine offiziellen Auskünfte, außer, dass eine solche Kultur der privaten Erneuerung nur in wenigen Fällen Tradition hat (Halle).

Die Forschung beschränkte sich infolgedessen, entgegen ihren Zielen, auf das Feld der Erfassung raumstruktureller Merkmale mit Tauglichkeit für kleinteilige Erneuerung. Dies betraf die Wahrnehmung von Erneuerungstätigkeiten für unterschiedliche Raumnutzungen innerhalb unterschiedlicher Lagen, insbesondere innerhalb der näher untersuchten Teilräume. Es zeigte sich: Individuelle Erneuerungstätigkeiten betrafen vor allem kleinteilige Neu- oder ausbauten von Einfamilienhäusern mit und ohne Gewerbenutzung sowie die Renovierung von Altbausubstanz in innerstädtischen und dörflichen Kontexten mit vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten von Bebauung und Freiräumen in enger räumlicher Verbindung. Die Hypothese neuer Verortungen von Funktionen wurde dadurch in Bezug auf viele Beispiele in unterschiedlichen Lagen in allen drei Städten bestätigt.

Die Ausrichtung der Forschung auf Innova-tionssupportstrategien begründet ein Interesse daran, dass die strukturellen Bedingungen der kleinteiligen Erneuerung in den einzelnen Städten stärker zum Gegenstand der Stadtentwicklungsdiskussion gemacht werden. Stadtbezogene Förderprogramme zur Unterstützung der „kleinteiligen privaten Erneuerung“ könnten Anregung sein, neue Aktivitäten und Trägerschaften, auch in Nachbarschaftseinheiten und Selbsthilfe, entstehen zu lassen. Dieses Feld der Umsetzung ist nur in enger Zusammenarbeit mit der Bevölkerung und den Verwaltungen zu leisten. Vertiefte Kenntnisse zu den Bedürfnissen unterschiedlicher Milieus sind hierfür erforderlich [Anm. 3].